Leistungsbericht

Ökologie

Bayer hat dem Umweltschutz in seiner Firmengeschichte stets eine große Bedeutung beigemessen. Kontinuierlich sind wir auf der Suche nach Lösungen, um das wirtschaftliche Wachstum vom Ressourcenverbrauch sowie dem Ausstoß von Emissionen und der Erzeugung von Abfällen abzukoppeln. Wir fühlen uns verpflichtet, unsere Kompetenzen sowohl im Bereich der Technologien als auch bei unseren innovativen Produkten zum Schutz der Umwelt, der Natur und des Klimas einzusetzen.

Energieeinsatz

Der Energieeinsatz des Bayer-Konzerns lag 2008 um rund 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zugleich nahm die Menge verkaufter Produkte um rund 6 Prozent ab. Energieeinsatz und Produktmenge sind zwar verknüpft, folgen aber nicht einfachen Zusammenhängen. Eine Vielzahl von Einflussgrößen ist in Betracht zu ziehen, beispielsweise die Anteile verschiedener Produktarten, Veränderungen bei Herstellprozessen und Stoffströmen. Wir verfolgen weiterhin das Ziel, eingesetzte Energie zunehmend effizient zu nutzen. Dazu forschen wir an innovativen Technologien, investieren in moderne Anlagen und effiziente Prozesse und nehmen Energiesparmaßnahmen vor. Um in bestehenden Anlagen Energieeinsparpotenziale zu identifizieren, führen wir den Bayer Climate Check durch und setzen Maßnahmen mit dem Leuchtturmprojekt „Managing Energy Efficiency“ um link. Viele dieser Maßnahmen werden sich in den kommenden Jahren in der Energie- und Treibhausgasbilanz niederschlagen.
Der Rückgang des Gesamtenergieeinsatzes auf 82,8 Petajoule hat verschiedene Ursachen: Standortkonsolidierungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz führten zu Energieeinsparungen. Daneben gab es konjunkturbedingte Produktionsrückgänge sowie vorübergehende Produktionsstopps, z. B. aufgrund von Umstrukturierungen.

Energieeinsatz

 20042005200620072008
Absoluter Energieeinsatz
(in Petajoule)
85,282,480,585,382,8
Menge verkaufter Produkte
(in Mio t)
9,19,710,110,6 10,0
Die Berechnung des Gesamtenergieeinsatzes des Bayer-Konzerns von 82,8 Petajoule (entspricht 23,0 Terawattstunden) wird in der Energiebilanz für 2008 erläutert: Ausgangspunkt ist der Einsatz von Primärenergie und anderen Energiequellen für die eigene Energieerzeugung. Die Summe wird als Primärenergieumwandlung ausgewiesen. Hierzu werden Dampf aus Abwärme und Stromzukauf (ohne Durchleitung an Dritte) addiert. Daraus entsteht der Gesamtenergieumsatz. Abzüglich der verkauften Dampf- und Kälteenergie an Dritte ergibt sich der Gesamtenergieaufwand für Bayer.
Energiebilanz

Energieversorgungssicherheit durch moderne Kraftwerke

Bei Investitionen in unsere Energieversorgung setzen wir auf Lösungen, die sowohl energie- und klimapolitisch als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Für die Versorgung des CHEMPARKS Krefeld-Uerdingen (Deutschland) sehen wir den Bau eines neuen 750-Megawatt-Steinkohlekraftwerks durch den Energieanbieter Trianel, für das CURRENTA die technische Betriebsführung übernehmen wird, als die beste Lösung an. Das Kraftwerk soll dem neuesten technischen Stand entsprechen und durch das Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung eine besonders effiziente Energiegewinnung sicherstellen. Der Wirkungsgrad des Kraftwerks wird ca. 57 Prozent betragen – ein Spitzenwert für ein Steinkohlekraftwerk dieser Größe.

Effizienter Wassereinsatz

Für Bayer spielt der sorgsame Umgang mit der Ressource Wasser eine sehr wichtige Rolle link. Wir sind bestrebt, unseren Verbrauch möglichst gering zu halten und das Wasser, wo es technisch möglich ist, mehrfach zu nutzen. Wir konnten 2008 den konzernweiten Wassereinsatz mit rund 1,2 Millionen Kubikmetern täglich in den vergangenen Jahren auf einem konstanten Wert halten.
Über die Hälfte des Wasserbedarfs entnehmen die Standorte aus Oberflächengewässern, rund ein Drittel stammt aus unterirdischen Quellen, zum größten Teil aus dem Grundwasser. Mit 1,0 Millionen Kubikmetern pro Tag hat Durchlaufkühlwasser den höchsten Anteil an unserem Wasserverbrauch. Da es bei seiner Nutzung ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt, wird es unter Beachtung von Temperaturhöchstwerten ohne weitere Behandlung zurück in die Gewässer geleitet.
Für das effiziente Wassermanagement am brasilianischen Standort Belford Roxo wurde Bayer im Januar 2009 mit dem „Brazilian Environment Award“ ausgezeichnet. Durch das Recycling des Abwassers und die Wiederverwendung von Flusswasser für den Prozesswasserbedarf sparen Bayer MaterialScience und Bayer CropScience dort Tag für Tag über 2.700 Kubikmeter Wasser ein.

Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle

 20042005200620072008
Wassereinsatz (in Mio. m3/d)1,291,241,201,231,20
davon aus Oberflächengewässern (in Prozent)6054 53 57 58
davon aus Bohrungen/Quellen
(in Prozent)
3335 3532 32
davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung (in Prozent)52 2 2 1
davon aus anderen Quellen, z. B. Regenwasser (in Prozent)29 9 9 9

Materialeinsatz und Recycling

In allen Teilkonzernen und Servicegesellschaften setzt Bayer eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausgangsstoffen und -materialien in sehr unterschiedlichen Volumina ein. Um den Materialverbrauch gering zu halten, versuchen wir dort, wo es technisch machbar und vom Aufwand her vertretbar ist, Stoffkreisläufe zu schließen. Bei einem Großteil unserer Produkte, etwa Arznei- und Pflanzenschutzmitteln, sind Rücknahme und Recycling nicht möglich.
Wir setzen jedoch in vielen Produktionsprozessen Technologien ein, die der Wiederverwertung bestimmter Stoffe dienen. So etwa am Bayer-HealthCare-Standort Bergkamen (Deutschland), wo das bei der Verbrennung von Abfällen aus der Röntgenkontrastmittelproduktion freigesetzte Iod gebunden und als vermarktbare Iodid-Lösung extrahiert wird. Wo technisch möglich, bereiten wir Lösemittel durch Destillation auf und führen sie den Prozessen wieder zu.
Im September 2008 brachte Bayer MaterialScience zudem das neue Kunststoff-Recyclat Levblend® auf den Markt, das u. a. bei Kunststoffteilen in der Automobilindustrie eingesetzt werden kann.
Ein weiteres Beispiel ist die sogenannte Sauerstoffverzehrkathode von Bayer MaterialScience, die der Rückgewinnung von Chlor aus Salzsäure dient. Seit 2008 kommt diese energiesparende Technologie erstmals im World-Scale-Maßstab mit einer Jahreskapazität von 215.000 Tonnen Chlor am integrierten Bayer-Standort Shanghai (China) zum Einsatz.
Bei den laufenden größeren Rückbauprojekten an den deutschen CHEMPARK-Standorten werden die dabei anfallenden Kabel- und Metallschrotte einer Wiederverwendung durch die Servicegesellschaft CURRENTA zugeführt.
Unser Mediendienstleister Dynevo, eine Tochtergesellschaft von Bayer Business Services, verarbeitet Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Darüber hinaus ist sie berechtigt, Produkte mit dem vom Forest Stewardship Council (FSC) verliehenen strengen Gütesiegel „FSC“ zu produzieren.
Um neue Ansätze für den Klimaschutz weiterzuentwickeln und der zunehmenden Verknappung von Erdöl zu begegnen, forschen wir u. a. auch an neuen Anwendungsmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe. So verwendet Bayer MaterialScience anteilig Industriezucker und Pflanzenöle in einigen Polyurethan-Rohstoffen, die zur Herstellung von Autositzen, Schuhsohlen, Fußbodenbelägen oder Matratzen verwendet werden können. Auch Bayer CropScience beteiligt sich an der Erschließung der Potenziale, die nachwachsende Rohstoffe bieten.

Schutz der Biodiversität

Bayer bekennt sich klar zu den Zielen der internationalen „Konvention über die Biologische Vielfalt“ (United Nations Convention on Biological Diversity) und unterstützt ihre Umsetzung durch verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören landwirtschaftliche Technologien zur Produktivitätserhöhung, um natürliche Lebensräume nicht mehr als notwendig in Ackerland umzuwandeln, Maßnahmen zur Förderung des integrierten Pflanzenbaus (Integrated Crop Management, ICM) und Produkte zur Bekämpfung gebietsfremder (invasiver) Arten.
Durch ein internes Genehmigungsverfahren schließen wir aus, dass neue Produktionsstandorte in Gebieten errichtet werden, die durch gesetzliche Vorgaben der jeweiligen Länder im Hinblick auf die natürliche Eigenart, Artenvielfalt oder ähnliche Ziele geschützt sind. In jedem Fall werden die vorgegebenen Mindestabstände zu geschützten Gebieten eingehalten. Um den Flächenverbrauch zu begrenzen, setzen wir auf Flächenrecycling. So schafft zum Beispiel CURRENTA freie Flächen für Neuansiedlungen in den deutschen CHEMPARKS, indem sie nicht mehr genutzte Gebäude zurückbaut und sicher entsorgt. So wurden u. a. durch den Rückbau in Leverkusen 2008 rund acht Hektar für eine erneute Nutzung frei.
Im Rahmen seines gesellschaftlichen Engagements setzt sich Bayer an vielen Standorten für Projekte im Bereich Artenschutz ein. Bayer CropScience unterstützt beispielsweise die Naturschutzorganisation „Ducks Unlimited“ dabei, in den Prärien Nordamerikas Rückzugsmöglichkeiten für Wasservögel zu schaffen. Im Rahmen einer fünfjährigen Initiative sollen neue Saatgutsorten für Winterweizen entwickelt werden, um durch den vermehrten Anbau von Winterweizen bessere Brutbedingungen für Wildvögel zu schaffen. Bayer fördert auch die Organisation „Freunde der Bonner Konvention“, die sich für den Schutz bedrohter Tierarten engagiert. Mit unserer finanziellen Unterstützung konnte ein Projekt initiiert werden, das den Bestand der Berggorillas im Virunga-Nationalpark in der Republik Kongo bewahren soll. Ein weiteres von Bayer unterstütztes Projekt dient dem Schutz von Zugvögeln in Kolumbien.

Verringerung der Treibhausgas-Emissionen

In unserer Treibhausgasbilanzierung richten wir uns nach dem internationalen Standard des „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG Protocol). Treibhausgas-Emissionen werden gemäß dem GHG-Protokoll für alle vorherigen Jahre auf die jeweils aktuelle Unternehmensstruktur des Berichtsjahres bezogen und bei Zu- und Verkäufen von Unternehmen oder Unternehmensteilen rückwirkend angepasst.
Gegenüber dem Vorjahr nahmen 2008 die gesamten ausgestoßenen Treibhausgase um 7,1 Prozent ab. Die direkten Treibhausgas-Emissionen sanken um 9,9 Prozent, die indirekten Treibhausgas-Emissionen aus Energiebezug um 3,8 Prozent.

Treibhausgas-Emissionen*

 2005200620072008
Direkte Emission von Treibhausgasen** (in Mio. t CO2-Äquivalenten)4,634,574,444,00
Indirekte Emission von Treibhausgasen (in Mio. t CO2)3,523,673,713,57
Gesamte Treibhausgas-Emissionen (in Mio. t CO2-Äquivalenten)8,158,248,157,57
Der Rückgang der direkten Treibhausgas-Emissionen (Scope 1 des GHG Protocol) um 9,9 Prozent im Vergleich zu 2007 resultiert aus konjunkturellen Veränderungen und Maßnahmen zur Verringerung des besonders klimawirksamen Lachgases (N2O) in unserer Salpetersäure-Anlage in Köln-Worringen (Deutschland). Diese Anlage wird von Dritten betrieben, befindet sich aber im Eigentum von Bayer MaterialScience. Mittels operativer Einflussnahme (Investitionen in Maßnahmen zur Emissionsreduktion) durch MaterialScience wurde das Produktionsverfahren verändert. Aufgrund dieser Einflussnahme sind wir laut GHG-Protokoll verpflichtet, diese Anlage in unsere Treibhausgasbilanz aufzunehmen.
Die indirekten Treibhausgas-Emissionen, die bei der Erzeugung von Strom und Wärme bei externen Versorgern entstehen (Scope 2 des GHG Protocol), sanken im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent. Für die Umrechnung der Emissionsmenge in Treibhausgasäquivalente beziehen wir uns auf die offiziellen Umrechnungsfaktoren des GHG Protocol. Die Änderung des landesspezifischen Umrechnungsfaktors (Emissionsmenge pro Kilowattstunde) für den Strombezug in Deutschland – als Folge des veränderten Strom-Mixes im deutschen Netz – führte zu einer deutlichen Minderung der indirekten Treibhausgas-Emissionen.

Neue Darstellung der Treibhausgasbilanz

Im Zuge des Bayer-Klimaprogramms wurden für jeden Teilkonzern Klimaziele bis zum Jahre 2020 festgelegt. Um die Transparenz bei der Verfolgung der Klimaziele zu erhöhen, werden beginnend mit diesem Nachhaltigkeitsbericht die Emissionen je Teilkonzern und für Bayer MaterialScience zusätzlich die spezifischen Emissionen, wie in der Tabelle dargestellt, ausgewiesen.
Bayer MaterialScience (BMS) hat sich verpflichtet, die spezifischen Treibhausgas-Emissionen (t CO2-Äquivalenten pro Tonne Verkaufsprodukt) um 25 Prozent weltweit von 2005 bis 2020 zu verringern. Dabei werden die bei der Produktion anfallenden Nebenprodukte Natronlauge und Salzsäure nicht berücksichtigt, weil diese Nebenprodukte aufgrund von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zukünftig in wesentlich geringerer Menge entstehen werden. Ebenso werden Handelsprodukte nicht berücksichtigt. Die spezifischen Treibhausgas-Emissionen sanken von 1,07 t CO2-Äquivalenten pro Tonne Produkt im Jahr 2005 um 15,9 Prozent auf 0,90 t CO2-Äquivalente pro Tonne Produkt im Jahr 2008. Dies geht zu einem erheblichen Anteil auf 2007 umgesetzte Maßnahmen in der Salpetersäure-Produktion in Köln-Worringen (Deutschland) zurück.
Bayer HealthCare (BHC) hat sich verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen (t CO2-Äquivalente) absolut um fünf Prozent weltweit von 2005 bis 2020 zu reduzieren. Zwischen 2005 und 2008 gingen die absoluten Treibhausgas-Emissionen trotz Produktionswachstums von 0,585 Millionen t CO2-Äquivalenten um 4,3 Prozent auf 0,56 Millionen t CO2-Äquivalente zurück. Zwischen 2005 und 2007 trugen im Wesentlichen Standortkonsolidierungen zu dieser Reduktion bei. Daneben haben viele einzelne Effizienzmaßnahmen zur Energieeinsparung beigetragen.
Bayer CropScience (BCS) hat das Ziel, die Treibhausgas-Emissionen (t CO2-Äquivalente) absolut um 15 Prozent weltweit von 2005 bis 2020 zu senken. Trotz der Produktionssteigerung nahmen die Treibhausgas-Emissionen von 0,89 Millionen t CO2-Äquivalenten (2005) um 2,2 Prozent auf 0,87 Millionen t CO2-Äquivalente (2008) ab.
Die Servicegesellschaften Bayer Technology Services und Bayer Business Services haben aufgrund ihrer geringen Emissionen keine eigenen Klimaziele. Sie werden unter „Sonstige“ zusammengefasst.
Am CHEMPARK-Betreiber CURRENTA hat Bayer einen Geschäftsanteil von 60 Prozent. Gemäß ghg Protocol werden deshalb alle direkten Treibhausgas-Emissionen von CURRENTA vollständig beim Bayer-Konzern verbucht. Soweit CURRENTA Bayer-Gesellschaften mit Energie versorgt, werden die Emissionen auf die Teilkonzerne verteilt. Die verbleibenden für CURRENTA ausgewiesenen Emissionen stammen aus der Energiebereitstellung an Chemiepark-Partner an den Standorten.
Aufgrund der Maßnahmen der Teilkonzerne sowie aus konjunkturellen Gründen, Stillständen und neuen Umrechnungstabellen für die mit Strombezug verbundenen CO2-Emissionen sind die Emissionen des Konzerns von 8,15 Millionen t CO2-Äquivalenten (2005) um 7,1 Prozent auf 7,57 Millionen t CO2-Äquivalente (2008) gesunken. Der Bayer-Konzern erwartet trotz Produktionswachstums den Verbleib der Treibhausgas-Emissionen bis 2020 auf dem Niveau von 2007.

Treibhausgas-Emissionen für Teilkonzerne und Servicegesellschaften (Summe der direkten und indirekten Emissionen, in Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten)

 2005200620072008Ziel 2020
BMS4,615,094,734,30-
BHC0,590,580,570,560,56
BCS0,890,860,850,870,76
Sonstige*0,020,020,020,02-
CURRENTA**2,041,691,981,82-
Konzern8,158,248,157,578,15
Spezifische Treibhausgas-Emissionen BMS (in t CO2 -Äquivalenten pro t Produkt)1,071,080,950,900,80

Emissionshandel

In Europa ist Bayer mit seinen eigenen Kraftwerken zur Energieerzeugung in den europäischen Emissionshandel eingebunden. Dazu wurden für elf Anlagen insgesamt Emissionszertifikate für 2,5 Millionen Tonnen CO2 benötigt.
In den USA nimmt die Bayer Corporation mit mehreren Kraftwerken freiwillig am Emissionshandel der Chicago Climate Exchange (CCX) teil. Bayer hat sich dort verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen zwischen 2003 und 2010 um insgesamt sechs Prozent (bezogen auf das Jahr 2000) zu verringern. Ende 2008 war dieses Ziel bereits erreicht.

Ozonabbauende Substanzen

Unser Ziel, die Emissionen ozonabbauender Substanzen (Ozone Depleting Substances, ODS) unterhalb eines maximalen Werts von 20 Tonnen pro Jahr zu halten, erfüllen wir. Allerdings stiegen unterhalb dieser Ziel-Marke die Emissionen im Berichtsjahr im Vergleich zu 2007 um ca. 16 Prozent an. Der größte Teil der Zunahme ist auf eine Produktionssteigerung am Bayer-CropScience-Standort Vapi in Indien zurückzuführen.
Emissionen ozonabbauender Substanzen

Flüchtige organische Verbindungen

Die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC) stiegen gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent an. Die Zunahme resultiert vornehmlich aus der deutlichen Steigerung der Produktion von Zwischenprodukten und Pflanzenschutzwirkstoffen im Jahr 2008 am Bayer-CropScience-Standort Vapi (Indien). In den Vorjahren konnten in diesem Werk die Emissionen im Rahmen eines mehrjährigen Investitionsprogramms zur Reduzierung der Lösemittelverluste deutlich verringert werden. Bayer CropScience wird prüfen, inwieweit eine weitere Reduzierung der VOC- und ODS-Emissionen am Standort Vapi technisch möglich ist.
VOC-Emissionen
VOC-Emissionen

Weitere Emissionen in die Luft

Weitere wichtige Luftemissionen aus Produktions- und Verbrennungsprozessen, wie Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxide (NOx) und Schwefeloxide (SOx), konnten verringert und die Staubemissionen auf gleichem Niveau gehalten werden.
Am Bayer-HealthCare-Standort Bergkamen (Deutschland) konnte durch Umrüstung auf eine umweltfreundliche Technologie der Emissionswert der Gasturbine für NOx um 70 Prozent auf 75 mg / Nm3 gesenkt werden. Damit ist die Energieversorgung am Standort Bergkamen schon heute in der Lage, den ab Oktober 2012 gültigen Emissionsgrenzwert von 75 mg / Nm3 einzuhalten. Zur Abnahme der SOx-Emissionen trug der Bayer-CropScience-Standort Vapi durch Änderung des Brennstoff-Mixes zugunsten eines schwefelärmeren Brennstoffs bei.

Weitere wichtige Emissionen in die Luft (in 1.000 t / a)

 20042005200620072008
CO1,91,72,22,01,7
NOx4,34,34,04,03,9
SOx4,24,53,83,63,2
Staub0,50,30,20,20,2

Modernes Abwassermanagement

Im Berichtszeitraum hat Bayer 68,4 Millionen Kubikmeter Abwasser abgegeben. Dazu zählen Abwässer aus der Produktion, aus Abluftreinigungsanlagen, belastete Kühlwässer aus Rückkühlwerken, Sanitärabwässer und Regenwasser, soweit es mit Chemikalien oder Brennstoffen in Kontakt kam. Nicht eingeschlossen ist Durchlaufkühlwasser. Von der gesamten Abwassermenge wurden 79 Prozent in einer Abwasserbehandlungsanlage gereinigt, 21 Prozent konnten aufgrund nur geringer Belastung ohne Behandlung in die Oberflächengewässer eingeleitet werden.
Die Stickstoffemissionen (Nitrate und Ammoniumstickstoff) bewegten sich etwa auf dem Niveau des Vorjahrs, die Abgabe organisch gebundenen Kohlenstoffs – gemessen als Total Organic Carbon (TOC) – ging im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent zurück. Hier machten sich die bereits erwähnten Produktionsrückgänge und eine verbesserte Abwasserüberwachung an verschiedenen Standorten bemerkbar. So hat Bayer CropScience am Standort Institute (USA) im Jahr 2008 in eine Verbesserung des Sauerstoffeintrags in die biologische Abwasserreinigungsanlage investiert und dadurch die TOC-Emissionen merklich reduziert. Trotz der positiven Entwicklungen haben wir unser Ziel, bis 2010 die Einleitung von TOC und Stickstoff in die Vorfluter um zehn Prozent pro Tonne Verkaufsprodukt (auf Basis der Werte von 2005) zu reduzieren, noch nicht erreicht. Zukünftig werden wir daher weiter in optimierte Produktions- und Wasserreinigungsverfahren investieren link. Dazu gehört auch der Ausbau der zweiten Stufe der biologischen Kläranlage am Standort Leverkusen (Deutschland) zur Stickstoffentfernung aus dem Abwasser.
Der Eintrag von Phosphor in Oberflächengewässer ist gegenüber dem Vorjahr um etwa 21 Prozent gesunken. Dies ist u. a. auf die verbesserte Abwasserüberwachung am Standort Kansas City (USA) und Prozessoptimierungen bei der Kunststoffproduktion am Standort Map Ta Phut (Thailand) zurückzuführen. Diese Prozessoptimierungen planen wir nun auch bis Ende 2009 am Standort Baytown (USA) zu realisieren.
Die Steigerungen der Schwermetallbelastung in den Gewässern im Jahr 2008 ergeben sich aus einem umfassenderen Abwasserreporting.
CURRENTA trägt durch technologische Maßnahmen an den deutschen CHEMPARK-Standorten zur sicheren und umweltgerechten Entsorgung von Abwässern sowie zu einer ökonomischen Wirkstoffproduktion bei. Im Berichtsjahr konnte die Kapazität der Abwasserverbrennungsanlage am CHEMPARK-Standort Leverkusen um 50 Prozent erhöht werden. So kann Bayer CropScience nicht biologisch abbaubare Abwässer aus der vergrößerten Wirkstoffproduktion umweltgerecht entsorgen. Am CHEMPARK-Standort Dormagen wird, bei gleichbleibender Kläranlagengröße, die Abbauleistung für Bayer-CropScience-Abwässer durch gezielte Sauerstoffzudosierung vergrößert.
CURRENTA plant zudem, den Betrieben im CHEMPARK am Standort Leverkusen in wenigen Jahren umweltfreundliche Energie aus Industrie-Klärschlämmen und flüssigen, wässrigen Abfällen bereitzustellen. In einem Pilotprojekt zeigte sich, dass 20.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm, der jährlich bei der biologischen Reinigung von Chemieabwässern anfällt, trotz der Belastung mit Chemikalien zur Biogaserzeugung genutzt werden können, wenn ein von CURRENTA neu entwickeltes Behandlungsverfahren vorgeschaltet wird.

Emissionen in das Wasser (absoluter Wert)

 20042005200620072008
Phosphor (in 1.000 t / a)0,760,740,810,990,78
Stickstoff (in 1.000 t / a)0,890,580,730,680,67
TOC (in 1.000 t / a organisch gebundener Kohlenstoff)2,201,491,491,771,59
Schwermetalle (in t / a)28,211,68,08,910,4
Anorganische Salze
(in 1.000 t / a)
-797843825812

Emissionen in das Wasser (in kg pro Tonne Verkaufsprodukt)

 2005200620072008Ziel*
Stickstoff0,05960,07230,06420,06690,0536
TOC (Total Organic Carbon)0,1530,1470,1670,1590,138

Abfallerzeugung und -entsorgung

Im Berichtsjahr fielen bei Bayer weltweit 1,08 Millionen Tonnen Abfall an, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die erneute Zunahme des Abfallaufkommens sind vor allem weitere Bau- und Rückbauaktivitäten am deutschen chempark-Standort Leverkusen, am Bayer-HealthCare-Standort Elberfeld (Deutschland) sowie am inzwischen verkauften Standort Wolfenbüttel (Deutschland) verantwortlich.
Die Menge erzeugten gefährlichen Abfalls aus der Produktion lag elf Prozent über dem Vorjahresniveau und ging maßgeblich auf die Bayer-CropScience-Standorte Dormagen (Deutschland), Kansas City (USA) und Muttenz (Schweiz) sowie auf den Bayer-HealthCare-Standort Bergkamen (Deutschland) zurück, wo die hergestellte Menge an Produkten und Wirkstoffen deutlich zunahm. Von unserem Ziel, die Menge der gefährlichen Produktionsabfälle auf unter 2,5 Prozent pro Tonne Verkaufsprodukt zu senken, sind wir noch um 0,6 Prozentpunkte entfernt, und müssen unsere Anstrengungen zur Abfallvermeidung weiter verstärken. Dieses Ziel korrespondiert mit unserem Bestreben, insgesamt die Abfälle zu reduzieren und den verwerteten Anteil der eingesetzten Ausgangsstoffe und -materialien weiter zu erhöhen.

Erzeugter Abfall (in 1.000 t / a)

 2005200620072008
Gesamtabfallerzeugung7606499281.077
Erzeugung gefährlichen Abfalls*351336342365
Erzeugung gefährlichen Abfalls in der Produktion221234275305

Erzeugter Abfall (pro Tonne Verkaufsprodukt)

 2005200620072008Ziel*
Menge gefährlicher Produktionsabfälle
(in % / t Verkaufsprodukt)
2,282,322,593,052,5
Die Gesamtmenge des entsorgten Abfalls nahm 2008 um knapp 14 Prozent zu, dabei stieg der Anteil des verwerteten Abfalls von 23 auf 28 Prozent. Der Teil gefährlicher Abfälle, der deponiert werden muss, sank um 20 Prozent. Das ist vor allem auf den Rückgang gefährlicher Bauabfälle bei Abrisstätigkeiten an den deutschen CHEMPARK-Standorten und am Bayer-CropScience-Standort Knapsack (Deutschland) zurückzuführen.
Die umweltgerechte und gesetzmäßige Entsorgung der Abfälle hat für Bayer hohe Priorität. Sie stellt auch ein wichtiges Kriterium für die ökologische Bewertung von Neuinvestitionen auf der Basis unserer entsprechenden Konzernregelung dar.

Entsorgter Abfall* nach Entsorgungsarten

 2005200620072008
Gesamtmenge entsorgten Abfalls
(in 1.000 t / a)
8486549311.061
Davon zur Deponie (in Prozent)52 44 48 45
Davon zur Verbrennung (in Prozent)28 32 26 24
Davon zur Verwertung (in Prozent)18 22 23 28
Abfall, der nicht eindeutig einem der Entsorgungswege zuzuordnen ist (in Prozent)1 3 3 3
Deponierung gefährlichen Abfalls
(in 1.000 t / a)
21113410181

Berichtspflichtige Umweltereignisse und Transportunfälle

Bayer fasst die Umweltereignisse eines bestimmten Schweregrads auf der Basis einheitlicher Kriterien als „Berichtspflichtige Umweltereignisse“ zusammen. Darunter werden Ereignisse verstanden, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt. Je nach Menge und Art des Stoffs, Höhe entstandener Schäden, Betroffenheit von Anwohnern und Presseberichterstattung werden sie in zwei Kategorien eingeteilt:
Level-1-Ereignisse, also schwere Umweltereignisse: Ein Kriterium dafür sind beispielsweise Kosten für Schäden an Anlagen, Sanierungskosten etc. von mehr als zwei Millionen Euro.
Level-2-Ereignisse, also bedeutende Umweltereignisse: Als solche werden Ereignisse eingestuft, die beispielsweise mindestens 100.000 Euro und höchstens zwei Millionen Euro Kosten verursacht haben.
Trotz unserer umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings lassen sich Umweltereignisse und Transportunfälle nicht völlig verhindern. Ereignisse und Unfälle werden jedoch detailliert analysiert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um sie künftig zu vermeiden. 2008 hatten wir neun berichtspflichtige Umweltereignisse zu verzeichnen, davon waren drei Level-1-Umweltereignisse und sechs Level-2-Umweltereignisse.
  • In Wuppertal-Elberfeld (Deutschland) kam es zur Freisetzung von Ammoniak an einem Standort von Bayer HealthCare. 30 Personen, davon 22 Bayer-Mitarbeiter und acht Anwohner, mussten sich vorübergehend in ärztliche Behandlung begeben und wurden noch am gleichen Tag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. (Level 1)
  • In Baytown (USA) trat bei Bayer MaterialScience aus einem Leck Phosgen aus. Es wurden dabei keine Personen verletzt. (Level 1)
  • In Mato Grosso (Brasilien) verlor ein Lkw bei einem schweren Verkehrsunfall die komplette Pflanzenschutzmittel-Ladung von Bayer CropScience. Der Fahrer wurde dabei getötet. Die Unfallstelle wurde durch eine Fachfirma gereinigt (siehe auch „Transportunfälle“). (Level 1)
  • Aus einem defekten Tank am Bayer-MaterialScience-Standort New Martinsville (USA) trat Salzsäure aus.
  • Bei Bayer MaterialScience in Channelview (USA) traten 150 kg Ethylenoxid aus einem Eisenbahnwaggon aus.
  • Am Bayer-HealthCare-Standort Bergkamen (Deutschland) wurden bei einem Pumpvorgang vom Tanklager in den Wirkstoffbetrieb durch eine Leckage an der Restentleerungsarmatur ca. 50 Liter Thionylchlorid freigesetzt.
  • Ein stehender Tankcontainer an einem Verladeterminal in Kiel (Deutschland) wies eine Leckage aus. Der Inhalt (Toluylen-Diisocyanat, TDI) wurde in einen Ersatzcontainer gepumpt (siehe auch „Transportunfälle“). Daraufhin wurde veranlasst, dass die gesamte Tankcontainer-Serie bei Bayer nicht mehr zum Einsatz kommt.
  • In der Chloraufbereitung von Bayer MaterialScience in Leverkusen kam es zu einem Austritt einer geringen Menge Chlor. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Über das Ereignis wurde in der lokalen Presse berichtet.
  • Bei einer Explosion und dem folgenden Brand in einem Produktionsbetrieb von Bayer CropScience im Werk Institute (USA) link kamen zwei Mitarbeiter ums Leben. Luftmessungen an den Werksgrenzen ergaben keine erhöhten Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Umwelt. Der Vorfall wurde vorsorglich als Umweltereignis klassifiziert.

Berichtspflichtige Umweltereignisse (Anzahl / a)

20042005200620072008
63839*
Im Berichtszeitraum hatten wir außerdem zehn berichtspflichtige Transportereignisse zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die bei von Bayer beauftragten und bezahlten Transporten von Chemikalien und Produkten erfasst werden, die bestimmten Kriterien genügen. Dazu zählt etwa das Austreten der Ladung gestaffelt nach Menge und Gefahrgutklasse, das Auftreten eines tödlichen Personenschadens oder die Blockierung des Transportweges über eine bestimmte Dauer. Im Berichtsjahr betrafen acht Unfälle Straßentransporte, ein Unfall ereignete sich auf See und einer bei einem Bahntransport.
Bei zwei Unfällen starben die Fahrer: Bei Matto Grosso (siehe auch „Umweltereignisse“) und bei Baytown (USA), als der mit Isocyanat beladene Lkw mit einem anderen Fahrzeug kollidierte. Bei zwei weiteren Transportunfällen kam es ebenfalls zu Produktaustritt: Bei Umladearbeiten auf einem fremden Werksgelände wurde vom Bayer-MaterialScience-Standort Brunsbüttel geliefertes Transportgut beschädigt, wobei Produkt austrat. Der Inhalt eines undichten, an einem Verladeterminal in Kiel (Deutschland) stehenden Tankcontainers wurde in einen Ersatzcontainer gepumpt (siehe auch „Umweltereignisse“).
Um die Sicherheit der Transporte weiter zu erhöhen, haben wir im Februar 2009 eine neue Konzernregelung zur Transportsicherheit implementiert. Darin sind verbindliche Maßnahmen definiert, wie Gefahren bei der Vorbereitung und Durchführung von Material- und Produkttransporten vermieden werden können. Zudem setzen wir direkt bei unseren Transportdienstleistern an. Beispielsweise führen die für Sicherheit in Transport und Distribution zuständigen Teams von Bayer MaterialScience in der Region Asien/Pazifik bei den Logistikpartnern nicht nur zahlreiche Betriebsprüfungen, sondern auch Gesundheits- und Sicherheitstrainings durch. In 2008 wurden in China, Malaysia, Taiwan, Thailand und Vietnam 51 solcher Kundenschulungen durchgeführt.
Bayer CropScience hat in den vergangenen Jahren ein umfassendes HSEQ-Qualifizierungsprogramm mit Audits und entsprechenden Schulungsmaßnahmen für die sichere Handhabung von Materialien in China und Indien durchgeführt. Die erreichten Standards werden regelmäßig überprüft und jährlich berichtet. Neue Lieferanten werden einem entsprechenden Zertifizierungsprozess unterworfen.

Transportunfälle nach Transportmitteln (Anzahl / a)

 20042005200620072008
Straße102698*
Schiene01311
Binnenschiff00000
Seeschiff00001
Flugzeug10000
Pipeline-0000
Gesamt11391010
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