Leistungsbericht
Ökonomie
Bayer will durch Innovationskraft und Leistung überzeugen und den Unternehmenswert dauerhaft steigern. Mit unseren Kernkompetenzen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien haben wir uns auf attraktive Wachstumsmärkte ausgerichtet.
Ergebnisziele erreicht
Das Jahr 2008 verlief für uns in einem zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich. Wir konnten unsere Konzernkennzahlen im operativen Geschäft im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht steigern und unsere Ergebnisziele erreichen. Dabei profitierten wir von der Ausrichtung des Konzerns auf unsere weniger von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängigen Life-Science-Bereiche HealthCare und CropScience. Der Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2008 mit 32,9 Milliarden Euro um 1,6 Prozent über dem Vorjahreswert von 32,4 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte verzeichneten wir ein Umsatzplus von 4,4 Prozent. Während Bayer HealthCare und Bayer CropScience hierzu mit kräftigen Zuwächsen von 6,9 bzw. 13,9 Prozent beitrugen, ging der Umsatz von Bayer MaterialScience um 4,6 Prozent zurück.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern steigerte sich von 2,2 auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis belief sich auf 1,7 Milliarden Euro und ging damit gegenüber dem Vorjahreswert von 4,7 Milliarden Euro deutlich zurück. Allerdings sind diese Werte nur bedingt vergleichbar, da das Konzernergebnis 2007 neben einem einmaligen Steuerertrag von über 900 Millionen Euro die Gewinne aus der Veräußerung des Diagnostika-Geschäfts, von H.C. Starck sowie von Wolff Walsrode in Höhe von 2,4 Milliarden Euro enthielt. Auch die Eigenkapitalrendite verringerte sich von 31,8 Prozent im Vorjahr auf 10,4 Prozent im Jahr 2008.
Gleichzeitig stieg das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft auf 4,17 Euro, die Dividende je Aktie erhöhte sich für das Geschäftsjahr 2008 von 1,35 auf 1,40 Euro.
Ökonomische Kennzahlen des Bayer-Konzerns* (in Mio. Euro bzw. Angaben in Prozent)
| 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | |
| Umsatzerlöse | 23.278 | 24.701 | 28.956 | 32.385 | 32.918 |
| Auslandsgeschäft | 86,9% | 84,4% | 84,4% | 85,1% | 85,4% |
| Ergebnis vor Ertragsteuern** | 1.222 | 1.912 | 1.980 | 2.234 | 2.356 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortzuführendem Geschäft | 749 | 1.374 | 1.526 | 2.306 | 1.720 |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortzuführendem Geschäft | -67 | 221 | 169 | 2.410 | 4 |
| Ergebnis nach Steuern | 682 | 1.595 | 1.695 | 4.716 | 1.724 |
| Eigenkapitalrendite | 6,1% | 14,4% | 14,1% | 31,8% | 10,4% |
| Nettoverschuldung (gesamt) | 5.422 | 5.494 | 17.539 | 12.184 | 14.152 |
| Ertragsteuern | -538 | -454 | 72 | -636 |
* Vorjahreswerte 2004-2007 wie zuletzt berichtet
** entspricht dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Die Nettoverschuldung zum 31. Dezember 2008 betrug 14,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,2 Milliarden Euro). Dieser Anstieg ist u. a. auf die erhöhte Mittelbindung im Working Capital, auf Akquisitionen in Höhe von 0,9 Milliarden Euro und auf die Veränderungen wichtiger Währungen gegenüber dem Euro mit einem Effekt von 0,6 Milliarden Euro zurückzuführen. Weitere Kennzahlen finden Sie hier
sowie im Geschäftsbericht 2008
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sowie im Geschäftsbericht 2008
.Klares Bekenntnis zu Forschung und Entwicklung
Unser Leitbild „Bayer: Science For A Better Life“ unterstreicht unseren Anspruch, als Erfinder-Unternehmen in forschungsintensiven Bereichen Zeichen zu setzen. Dieser Strategie bleiben wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten treu. Bayer verfügt über die notwendigen Ressourcen, um durch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weitere Zukunftschancen zu verwirklichen. 2008 investierten wir rund 2,7 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (F&E) – mehr als jedes andere Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine erneute Steigerung unserer F&E-Ausgaben um rund 3 Prozent. Im Jahr 2008 betrug der Forschungsaufwand 8,1 Prozent unseres Umsatzes.
Bayer beschäftigt rund 12.300 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung, die von einem internationalen Netzwerk aus Partnerfirmen, führenden Hochschulen und öffentlichen Forschungsinstitutionen unterstützt werden. Gerade in Zeiten der Krise stehen wir zu unserer Verpflichtung, in ein leistungsfähiges Wissenschafts- und Forschungssystem zu investieren. Gemeinsam mit anderen führenden Unternehmen haben wir uns mit dem „Berliner Appell des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft“ dazu bekannt.
Für 2009 planen wir, unsere F&E-Ausgaben auf ca. 2,9 Milliarden Euro zu steigern. Auch in den Folgejahren bleiben wir einer starken Forschung und Entwicklung verpflichtet. Beispielsweise will Bayer HealthCare in den kommenden fünf Jahren rund 100 Millionen Euro in die Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Peking (China) investieren. Bei Bayer CropScience sollen von 2008 bis 2012 insgesamt 3,4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung von innovativen Pflanzenschutzmitteln und neuen Lösungen für den Bereich Saatgut und Pflanzenbiotechnologie fließen. Einen ausführlichen Überblick über die weltweiten Forschungsaktivitäten unserer Teilkonzerne gibt der Geschäftsbericht 2008
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.Öffentliche Fördermittel spielen insbesondere in der Grundlagenforschung eine wachsende Rolle. Auch Bayer nimmt diese in Anspruch und beteiligt sich an Projektkonsortien, beispielsweise bei der Entwicklung einer neuen Generation kostengünstig durch Druckverfahren herstellbarer Solarzellen, die die öffentliche Hand mit 3,8 Millionen Euro im Rahmen eines BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)-Projekts bezuschusst. Insgesamt erhielt Bayer im Jahr 2008 im Rahmen von 80 Förderprojekten rund zehn Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen.
Forschungs- und Entwicklungsausgaben (in Mio. Euro*)
| 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | |
| Gesamt | 1.927 | 1.729 | 2.297 | 2.578 | 2.653 |
| davon BHC | 996 | 834 | 1.426 | 1.700 | 1.742 |
| davon BCS | 679 | 664 | 614 | 637 | 649 |
| davon BMS** | 236 | 214 | 227 | 209 | 221 |
| davon Überleitung*** | 16 | 17 | 30 | 32 | 41 |
* Vorjahreswerte 2004-2007 wie zuletzt berichtet
** ohne Einbeziehung von gemeinsamen Entwicklungsprojekten mit Kunden
*** den Teilkonzernen nicht direkt zuzuordnen, z. B. Aufwendungen der Servicegesellschaften
Ohne Patentschutz keine Innovationen
Für ein Erfinderunternehmen wie Bayer ist ein weltweiter zuverlässiger Schutz des geistigen Eigentums essenziell. Denn geistiges Eigentum ist als Grundlage für Innovationen unentbehrlich.
Ohne einen weltweit wirksamen Patentschutz gäbe es für Unternehmen wie Bayer keine Möglichkeit, die erheblichen Ausgaben, die bei der Suche nach neuen Lösungen entstehen, wieder einzubringen. Die Folge: Wirtschaftliche Anreize und finanzielle Mittel für weitere Innovationen fehlen.
Patentierte Produkte und Technologien machen in jedem unserer drei Teilkonzerne rund 40 Prozent des Umsatzes aus. Wir verteidigen deshalb konsequent unser geistiges Eigentum.
So steht Bayer beispielsweise seit Ende 2008 in Konflikt mit der indischen Medikamenten-Zulassungsstelle Drugs Controller General of India (DCGI), die trotz noch gültigem Patentschutz einem indischen Unternehmen die Zulassung für ein Nachahmerprodukt des Bayer-Krebsmedikaments Nexavar® erteilt hat. Den Vertrieb des Nachahmerprodukts vor Ende des Patentschutzes müsste Bayer dann in jedem Einzelfall gerichtlich unterbinden lassen. Dies würde für uns enorme zeitliche und finanzielle Aufwendungen bedeuten – Ressourcen, die anderweitig sinnvoller eingesetzt werden können: in der Forschung und in der realen Hilfe vor Ort.
Vielfältige Innovationen für nachhaltige Lösungen
Innovationen sind wesentlicher Treiber für zukünftiges Wachstum unseres forschenden Unternehmens und stehen daher im Zentrum der Bayer-Konzernstrategie. Bayer will mit innovativen Lösungen helfen, globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheitsversorgung und der Verbesserung der weltweiten Nahrungsversorgung wirksam zu begegnen. Eine besondere Bedeutung hat die Entwicklung von neuen, das Kerngeschäft stärkenden Produkten sowie die Optimierung unserer Produktionsprozesse.
2008 ist es unseren Teilkonzernen und Servicegesellschaften erneut gelungen, eine Vielzahl von Innovationen auf den Markt zu bringen, die uns dem Ziel eines nachhaltigen Wachstums und einer nachhaltigen Entwicklung näherbringen. Dies belegt auch das seit Jahren hohe Niveau unserer Patentanmeldungen. Im Berichtsjahr haben wir 649 Patente (ohne entsprechende Auslandsanmeldungen) angemeldet.
Bei technologischen Lösungen, insbesondere im Bereich der Prozesstechnologie, dem Anlagenbau, der Automatisierung und der Produktentwicklung, arbeiten alle Bayer-Teilkonzerne weltweit eng mit Bayer Technology Services zusammen. Die Servicegesellschaft entwickelt z. B. zusammen mit Bayer MaterialScience neue, energie- und rohstoffeffiziente Produktionsverfahren und unterstützt somit den Teilkonzern, seine Technologie- und Kostenführerschaft zu halten und auszubauen. Dazu gehört die zentrale Weiterentwicklung von teilkonzernübergreifenden Querschnittstechnologien – wie z. B. der Nano- und Biotechnologie. Das Know-how auf dem Gebiet der mathematischen Simulation und des Data Minings hilft Bayer HealthCare und Bayer CropScience, die Entwicklungszeiten für neue Produkte zu verkürzen. Ein strategisches Kernelement ist dabei die internationale Beschaffung von Know-how. Es reicht von landesspezifischem Wissen bei der Abwicklung von Investitionsprojekten über die weltweite Erschließung von Innovationen und öffentlichen Forschungsgeldern bis hin zur Rekrutierung von internationalem Spitzenpersonal.
Als wichtiger Baustein unseres Innovationsmanagements beschäftigt sich die Bayer Innovation GmbH mit Innovationsthemen, die nicht von den Kernaktivitäten der Teilkonzerne abgedeckt werden. Sie arbeitet mit dem Ziel, neue Wachstumsfelder für Bayer zu identifizieren, zu entwickeln und damit den Einstieg in neue Märkte vorzubereiten. Die Arbeitsgebiete der Bayer Innovation entsprechen dem Leitbild „Bayer: Science For A Better Life“ und nutzen Kompetenzen aus den Teilkonzernen, oft in Verbindung mit externen Partnern wie Universitäten, Instituten, Start-up-Firmen oder anderen Unternehmen. Aktuell stehen die Arbeitsgebiete Medizintechnik und die Herstellung von Medikamenten durch Pflanzen im Fokus.
Auch innerhalb des Unternehmens möchten wir den Ideenaustausch zwischen den verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsbereichen fördern. Das erste „Expert Club Meeting“ in Leverkusen (Deutschland) brachte auf Einladung des Bayer-Vorstands 35 Experten aus Forschung und Entwicklung zusammen und soll von nun an regelmäßig stattfinden. Unsere Innovationsinitiative „Triple-i“ motiviert unsere Mitarbeiter weltweit, Ideen für mögliche neue Produkte einzureichen, um einen aktiven Beitrag zu Innovationen bei Bayer zu leisten. Von den über 7.700 bis Ende März 2009 eingereichten Mitarbeiterideen werden noch zahlreiche in unseren Teilkonzernen mit Blick auf ihr Potenzial evaluiert. Einige Ansätze, z. B. die Verwendung von Polycarbonat in speziellen Anwendungen im Bootsbau, konnten in der Zwischenzeit erfolgreich am Markt eingeführt werden.
Pflanzen als Wirkstofffabriken
Die Bayer Innovation GmbH erforscht anhand von Tabakpflanzen, wie therapeutische Proteine in Pflanzen erzeugt werden können. Tabak bietet u. a. den Vorteil, dass die Pflanze weder verzehrt noch verfüttert wird. Modifizierte Tabakmosaikviren bringen den Bauplan für das Medikament in die Pflanze, diese bildet daraufhin in ihren Zellen erhebliche Mengen des gewünschten Proteins. Auf diese Weise können Antikörper zur Krebstherapie ebenso hergestellt werden wie Hormone, Impfstoffe oder auch Enzyme für technische Anwendungen.Beispiele für nachhaltige Innovationen aus unseren Teilkonzernen und Servicegesellschaften
| Produkt | Erläuterung |
| Bayer HealthCare | |
| Mit Xarelto®, einem Gerinnungshemmer, setzt Bayer einen Meilenstein in der Vorbeugung gefährlicher Thrombosen. | Xarelto® hat in Studien bei Patienten nach elektiven (geplanten) Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen eine höhere Wirksamkeit als die derzeitige Standardtherapie gezeigt – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil. Xarelto® ist in der Europäischen Union zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien bei erwachsenen Patienten nach elektiven (geplanten) Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen zugelassen. Weitere Zulassungen wurden in mehr als 20 Ländern erteilt, darunter Australien, China, Kanada, Mexiko und Singapur. |
| Mit der Verhütungspille Qlaira® entsteht eine neue Klasse oraler Verhütungsmittel. | Qlaira® ist das erste orale Verhütungsmittel auf Basis des körperidentischen Östrogens Estradiol. Das Verfahren zur europaweiten Zulassung wurde im Oktober 2008 abgeschlossen. Im Januar 2009 erhielt Qlaira® die nationale Zulassung für Deutschland. Die europaweite Einführung startet im Mai 2009. |
| Bayer CropScience | |
| Das Pflanzenschutzmittel Movento® ist das einzige moderne Insektizid mit systemischer Zweiwege-Wirksamkeit. Es schützt viele Anbaukulturen, z. B. Gemüse, Obst oder Nüsse, gegen versteckte, schwer erreichbare Schädlinge. | Movento® bewegt sich über den Saftstrom der Pflanze und kann so auch Schädlinge in Innenblättern oder der Obstbaumrinde bekämpfen. Gleichzeitig schont es wichtige Nutzinsekten wie Marienkäfer. Im Juli 2008 wurde Movento® für die wichtigen Märkte USA und Kanada zugelassen, weitere Markteinführungen in über 70 Ländern sind geplant. |
| Adengo®, ein neues Maisherbizid, setzt neue Maßstäbe für ein modernes integriertes Unkrautmanagement. Es überzeugt durch seine gute Langzeitwirkung und hohe biologische Wirksamkeit. | Die Fertigformulierung, die unter dem Markennamen Adengo® vertrieben wird, ist gegen eine breite Palette von Unkrautarten wirksam. Nachdem sie im vergangenen Jahr in Rumänien zugelassen wurde, ist 2009 die Markteinführung in wichtigen europäischen Maisanbauländern, den USA und Argentinien geplant. |
| InVigor®, ein neues Canola-Hybridsaatgut mit deutlich verbessertem Ertrag | Das neu eingeführte InVigor®-Hybridsaatgut 5440 erreicht in unabhängigen Versuchsreihen* in Kanada die höchsten Erträge im Vergleich zu konventionellen und anderen Hybridsorten. *Canola Council of Canada |
| Bayer MaterialScience | |
| Die Marke BayVision® bietet gebündelte Kompetenzen für klimafreundliche Scheiben im Automobilbau. | Die unter der Kompetenzmarke BayVision® entwickelten Polycarbonatverscheibungen helfen Gewicht einzusparen und reduzieren so den CO2 |
| Bayer MaterialScience baut im CHEMPARK Leverkusen die weltweit größte Produktionsanlage für die Kohlenstoff-Nanoröhren Baytubes®. | Die winzigen Kohlenstoff-Nanoröhren sind mechanisch deutlich belastbarer als Stahl, leiten Wärme besser als ein Diamant und Strom besser als Kupfer. Die neue Pilotanlage in Leverkusen wird eine Kapazität von 200 Jahrestonnen haben und 20 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Nanoröhren kommen beispielsweise beim Bau von ultraleichten, hocheffizienten Rotorblättern für Windturbinen zum Einsatz. |
| Bayer Business Services | |
| Mit innovativen Maßnahmen zu Green IT unterstützt Bayer Business Services die Ziele des Bayer-Klimaprogramms. | Umweltfreundliche Informationstechnologien und ihre energiesparende Nutzung können wesentliche Beiträge zur Energieeffizienz in unserem Unternehmen leisten. Bayer Business Services (BBS) will die Energieeffizienz der Rechenzentren bis 2012 um insgesamt 20 Prozent erhöhen. Zudem unterstützt die BBS die Kunden bei der ressourcenschonenden Konfiguration der IT-Arbeitsplätze. Durch die gezielte Nutzung der Energiesparfunktionen von Rechnern und Monitoren können pro Jahr welweit einige Millionen Kilowattstunden eingespart werden. Außerdem wird der Papierverbrauch durch einen sparsameren Umgang mit dem Drucken künftig entscheidend gesenkt werden. |
| Baysis® 4 REACH, ein neues Datenerfassungs- und Managementsystem, erleichtert die Kommunikation in der Lieferkette. | Durch die EU-Verordnung REACH besteht für Unternehmen beim Handel und Einsatz chemischer Substanzen eine Registrierungspflicht für die einzelnen Stoffe. Die neue Software Baysis® 4 REACH von Bayer Business Services unterstützt Unternehmen bei der Erfassung und Auswertung der notwendigen Informationen in der Lieferkette und ermöglicht einen effizienten Dialog zu REACH zwischen Lieferanten und Kunden. |
| Bayer Technology Services | |
| Die innovative UVIVATEC®-Technologie von Bayer Technology Services erhöht bei der Herstellung vieler Arzneimittel die Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit. | Mit der von Bayer Technology Services entwickelten Technologie werden Viren in Biopharmazeutika mit ultravioletter Strahlung inaktiviert. Zur Herstellung und Vermarktung von UVIVATEC®-Produkten hat Bayer nun mit der Sartorius Stedim Biotech GmbH eine exklusive Kooperationsvereinbarung getroffen. |
| CURRENTA | |
| Das von der EU geförderte Pilotprojekt „Sludge Redox“ hat gezeigt, dass Industrieklärschlämme zur Biogaserzeugung genutzt werden können. | In einer Pilotanlage konnte CURRENTA zeigen, dass entwässerter, industrieller Klärschlamm aus Chemieabwässern sowie wässrige Abfälle aus chemischen Prozessen zur Biogaserzeugung genutzt werden können, wenn zuvor ein neu entwickeltes kombiniertes Behandlungsverfahren angewandt wird. CURRENTA prüft die Wirtschaftlichkeit einer Anlage, um bis zu 20.000 Tonnen entwässerten Klärschlamm jährlich zur Energiegewinnung für den CHEMPARK zu nutzen. |
Unser Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Regionen
Bayer stellt in vielen Regionen einen wichtigen Motor für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dar. Als Arbeitgeber stärken wir seit vielen Jahren wesentlich die Kaufkraft und soziale Sicherung an unseren Standorten. 2008 beliefen sich unser Personalaufwand, Aufwendungen für die Altersversorgung und Pensionsverpflichtungen weltweit auf rund 22 Milliarden Euro. Auch durch Steuerzahlungen tragen wir zum Gemeinwohl bei.
Personalaufwand und Pensionsverpflichtungen* (weltweit, in Mio. Euro)
| 2004 | 2005 | 2006** | 2007 | 2008 | |
| Personalaufwand | 6.026 | 5.318 | 6.630 | 7.571 | 7.491 |
| davon soziale Abgaben und Altersversorgung | 1.204 | 1.009 | 1.414 | 1.611 | 1.513 |
| Pensionsverpflichtungen*** | 13.581 | 15.561 | 16.708 | 15.022 | 14.910 |
* Vorjahreswerte 2004-2007 wie zuletzt berichtet
** In den Daten zu 2006 ist Schering ab dem 23. Juni 2006 enthalten.
*** Anschaffungsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Das Einkaufsvolumen in den Systemen der Procurement Community unseres Konzerns stellt ebenfalls einen beträchtlichen Entwicklungsfaktor in vielen Regionen dar: In ca. 70 Ländern setzen wir rund 13,5 Milliarden Euro mit etwa 80.000 Lieferanten um. 13 Prozent der Ausgaben entfallen auf Beschaffungen in Nicht-OECD-Länder.
Anzahl der Lieferanten und Ausgaben nach Wirtschaftsregionen
| Lieferanten (in Prozent) | Ausgaben (in Prozent) | |
| Nicht-OECD | 24 | 13 |
| OECD | 76 | 87 |
| TOTAL | 100 | 100 |
Quelle: Procurement Community Business Warehouse 2008
In vielen Regionen weltweit, insbesondere in Latein- und Mittelamerika, unterstützt Bayer CropScience Obst- und Gemüseerzeuger bei der wirtschaftlichen Produktion und internationalen Vermarktung ihrer Produkte. Im Rahmen der „Food-Chain“-Partnerschaften trägt Bayer mit innovativen Pflanzenschutzlösungen, technischem Know-how und umfassender Beratung dazu bei, Ernten zu sichern, Erträge zu erhöhen und Qualität zu gewährleisten.
Ein Beispiel für erfolgreiche Partnerschaften ist das brasilianische „Flavour Guarantee“-Programm. Zusammen mit der Nichtregierungsorganisation HortiBrazil unterstützt Bayer CropScience brasilianische Kleinerzeuger beim Anbau und der Vermarktung von Tafeltrauben, Melonen und Ananas. Seit dem Start im Mai 2007 beteiligen sich rund 500 Erzeuger an dem Programm und erhalten von Bayer Beratung zum Anbau, Informationen zur Vermarktung und Hilfestellung bei der Zertifizierung. Das Interesse am Zentralmarkt von São Paulo nach Erzeugnissen aus diesem Programm ist so groß, dass eine Ausweitung des Programms auf weitere Obstsorten und Erzeuger geplant ist.
Unsere aktive Standortentwicklung in vielen Regionen der Welt zeigt, dass Bayer sich seinen Standorten gegenüber verpflichtet sieht. Ein Beispiel ist das Engagement von Bayer HealthCare in Madagaskar. Das Unternehmen lässt dort Biokosmetika herstellen und fördert die lokale Infrastruktur durch Investitionen in Schulen, Wasserversorgung, Elektrifizierung und Logistik.
Der deutsche CHEMPARK mit den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen ist gut für die Zukunft aufgestellt: Die Investitionen der ansässigen Firmen belaufen sich im Berichtsjahr auf rund 500 Millionen Euro.
Weltweites Engagement für Compliance
Bayer hat sich voll und ganz zur Compliance verpflichtet. Gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln ist für jeden Mitarbeiter verbindlich, Verstöße gegen Gesetze werden von uns nicht geduldet.
Grundlage unseres Compliance-Verständnisses ist das 2004 veröffentlichte „Programm für gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln“. 2008 wurde das Programm aktualisiert. Die neue „Corporate Compliance Policy“ umfasst weiterhin alle grundlegenden Prinzipien des bisherigen Programms. Dazu gehören ein striktes Verbot von Korruption und wettbewerbswidrigem Verhalten, die Schaffung und Wahrung fairer und respektvoller Arbeitsbedingungen und ein klares Bekenntnis zum Schutz geistigen Eigentums. Der Grundsatz der Nachhaltigkeit wird noch stärker betont.
Alle Mitarbeiter des Konzerns – mit Ausnahme von CURRENTA – erhielten die neue Policy als Broschüre, die in 36 Sprachen übersetzt wurde, ausgehändigt. CURRENTA wird im Laufe des Jahres eine eigene Compliance-Broschüre herausgeben. Parallel dazu startete eine Kommunikationskampagne, die das Bewusstsein für Compliance weiter schärfen soll: Unter dem Titel „COMPLIANCE W.I.N.S.“ werden weltweit u. a. Plakate an den Standorten ausgehängt, Präsentationsmaterial für Teambesprechungen und Mitarbeiterversammlungen bereitgestellt und Artikel in den internen Publikationen platziert. Information zu Compliance sind über das Intranet auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ebenso für Mitarbeiter zugänglich wie die Kontaktdaten aller Compliance Officers und die Telefonnummern der lokalen Compliance-Hotlines, die inzwischen in 66 Ländern, in denen Bayer-Gesellschaften ansässig sind, bereitgestellt werden. Dort, wo wir aus rechtlichen oder organisatorischen Gründen keine lokale Compliance-Hotline einrichten konnten, übernehmen Ombudsmänner oder die Compliance Officers diese Funktion.
Im Berichtsjahr haben wir die konzernweiten Mitarbeiterschulungen zum Thema Compliance fortgeführt und inzwischen eine Schulungsquote von insgesamt rund 77 Prozent erreicht. Wir werden auch in Zukunft kontinuierlich schulen und den Deckungsgrad weiter erhöhen.
Um Regelverstöße aufdecken zu können, unterliegen Bayer-Mitarbeiter einer Meldepflicht für mutmaßliche Compliance-Verstöße. Gemeldete Vorfälle werden untersucht: Bei Bedarf ergreifen wir Maßnahmen. Personelle Konsequenzen reichen von Abmahnungen bis hin zur Auflösung von Arbeitsverhältnissen. Ebenso kann es zu Änderungen von Geschäftsprozessen kommen. Aufgrund von Besonderheiten der Rechtslage in Frankreich gilt eine solche Meldepflicht nicht für die Bayer-Mitarbeiter in Frankreich. Dort ist es in das Ermessen jedes Mitarbeiters gestellt, potenzielle Compliance-Verstöße über die in Deutschland bereitgestellte Compliance-Hotline oder ihren jeweiligen lokalen Compliance Officer zu melden und eine Untersuchung zu veranlassen.
Trotz unseres umfassenden Compliance-Engagements kam es in der Vergangenheit zu Regelverstößen durch Bayer-Mitarbeiter. Bayer arbeitet dabei eng mit den Behörden zusammen.
Nach Ermittlungen wegen Bestechung haben der Bayer-Konzern und ein früherer Dienstleister die seit Anfang 2007 andauernde Auseinandersetzung im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Mitarbeiter beider Unternehmensgruppen zum Jahresende 2008 beendet. Eine einvernehmliche Einigung wurde erzielt, die u. a. auch eine Regelung zum Schadensersatz für den Bayer-Konzern beinhaltete. 

Gegen Bayer sind in mehreren Ländern Rechtsverfahren anhängig bzw. wurden im Berichtsjahr zum Abschluss gebracht. Die im Zusammenhang mit Lipobay / Baycol erhobene Sammelklage von Aktionären gegen Bayer wurde durch einen Vergleich gegen eine Zahlung von insgesamt 18,5 Millionen US-Dollar beendet. Im Verfahren um das Marketing von Blutzuckermessgeräten hat Bayer einem Vergleich mit dem US-Justizministerium zugestimmt, um einen langjährigen Rechtsstreit zu vermeiden. Ohne Anerkennung einer Haftung hat Bayer sich zur Zahlung von 97,5 Millionen US-Dollar an die US-Regierung bereit erklärt. In Europa hat die EU-Kommission in den vergangenen Jahren als Folge wettbewerbsrechtlicher Untersuchungen zu mehreren Kautschuk-Produkten in den vergangenen Jahren Geldbußen gegen Bayer verhängt. In einem weiteren Fall wurde eine Strafe im Rahmen von Amnestieregelungen in vollem Umfang erlassen. Im Mai 2008 akzeptierte Bayer ein Bußgeld von 10,34 Millionen Euro durch das Bundeskartellamt im Zusammenhang mit Ermittlungen zu Wiederverkaufspreisen in Apotheken. Die beschriebenen Rechtsverfahren sind nicht als abschließende Auflistung zu verstehen. Einen Überblick über weitere anhängige Verfahren gibt unser Geschäftsbericht.
Unsere Compliance-Grundsätze
- Fairness im Wettbewerb
- Integrität im Geschäftsverkehr
- Prinzip der Nachhaltigkeit
- Einhaltung des Außenhandelsrechts
- Wahrung der Chancengleichheit im Wertpapierhandel
- Ordnungsgemäße Aktenführung und Finanzberichterstattung
- Faire und respektvolle Arbeitsbedingungen
- Schutz unseres Wissensvorsprungs und Respektieren der Schutzrechte Dritter
- Trennung von Unternehmens-und Privatinteressen
- Kooperativer Umgang mit Behörden
Verhaltenskodex für unsere politische Arbeit
Die Rahmenbedingungen unseres Geschäfts werden von Politik und Gesetzgebung entscheidend geprägt. Bayer betrachtet Lobbying deshalb als eine wichtige und legitime Möglichkeit, sein Know-how einzubringen und an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Die Regeln, denen alle Mitarbeiter und Berater des Bayer-Konzerns dabei unterliegen, sind seit 1. Januar 2009 in einem konzernweit gültigen Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying festgeschrieben. Alle Lobbyisten und Berater des Unternehmens sind verpflichtet, sich als Vertreter des Bayer-Konzerns kenntlich zu machen und die Geschäftsinteressen des Unternehmens offen darzulegen. Zudem darf kein Lobbyist oder Berater öffentliche Bedienstete zu Regelverstößen verleiten, sich auf unlautere Weise Informationen verschaffen oder auf unlautere Weise versuchen, auf Entscheidungen einzuwirken. Bayer hat sich als eine der ersten Firmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in das Lobbyregister der Europäischen Kommission eingetragen und legt die relevanten Gesamtkosten für die Lobbyarbeit auf der EU-Ebene offen. 2008 beliefen sich diese auf eine Million Euro.
Die einheitliche Kommunikation gegenüber politischen Entscheidungsträgern wird von unserem Community Council Politics gesteuert. Es ist für die Ausrichtung und Priorisierung der politischen Arbeit des Unternehmens verantwortlich.
Zu wichtigen politischen Vorhaben stimmt sich Bayer im Interesse eines konsensorientierten Dialogs eng mit nationalen und internationalen Wirtschaftsverbänden ab. Darüber hinaus stehen wir in engem Kontakt mit anderen gesellschaftlichen Stakeholdergruppen, etwa aus dem Umwelt- oder Gesundheitsbereich. Auch die gute Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und Organisationen an Standorten des Unternehmens ist uns ein wichtiges Anliegen.
Gemäß seinen Richtlinien leistet Bayer keinerlei Spenden an politische Parteien, parteinahe Institutionen, Politiker oder Kandidaten für ein politisches Amt. In den USA unterstützen Mitarbeiter über private Spenden an das „Bayer Corporation Political Action Committee“ (BayPac) einzelne Kandidaten für parlamentarische Ämter. In 2007/ 2008 wurden verschiedene Kandidaten auf der föderalen Ebene und in den Bundesstaaten mit insgesamt 306.100 US-Dollar unterstützt. Die Verbände, in denen wir Mitglied sind, spenden in eigener Verantwortung. Dabei werden die jeweiligen gesetzlichen Regelungen, insbesondere die Parteigesetze, beachtet. Für deutsche Mitarbeiter, die in einer Kommunalvertretung, einem Landtag, dem deutschen Bundestag oder dem Europäischen Parlament ein Mandat ausüben, gilt unsere 2005 erlassene „Richtlinie Mandatsträger“. 

Verantwortungsvolles Risikomanagement
Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Aus diesem Grund ist ein wirksames Risikomanagement ein bedeutender Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswerts. Im Bayer-Konzern ist die Steuerung von Chancen und Risiken integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung und nicht Aufgabe einer bestimmten organisatorischen Einheit. Zentrale Bestandteile des Risikomanagement-Systems sind der Planungs- und Controllingprozess, das konzerninterne Regelwerk und das Berichtswesen. In regelmäßigen Konferenzen zur Geschäftsentwicklung werden neben den Ergebnissen der Geschäftstätigkeit mögliche Chancen und Risiken aufgezeigt sowie Ziele und Steuerungsmaßnahmen vereinbart. Die Grundsätze des Risikomanagements des Bayer-Konzerns sind in einer Richtlinie dokumentiert. In den Teilkonzernen, den Servicegesellschaften und den Einheiten der Holding wurden Risikoverantwortliche auf Leitungsebene und Risikomanagementkoordinatoren benannt, um ein effizientes Risikomanagement-System zu gewährleisten. Die Konzernrevision ist verantwortlich für die Koordination der konzernweiten Erfassung und Dokumentation von Risikofeldern und für die Weiterentwicklung des Risikomanagement-Systems. Die Wirksamkeit des Systems wird in regelmäßigen Abständen von der internen Revision geprüft. Darüber hinaus beurteilt der Abschlussprüfer des Geschäftsberichts im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung das Risikomanagement-System und erstattet Konzernvorstand und Aufsichtsrat regelmäßig hierüber Bericht. Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen finden im kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung unseres Risikomanagement-Systems Berücksichtigung.
Ein Bereich, dessen Bedeutung für unser Risikomanagement weiter wachsen wird, ist der Klimawandel: Als global operierendes Unternehmen verfügt Bayer über Produktionsstätten in mehr als 100 Ländern. Einige davon könnten in Zukunft verstärkt von extremen Wetterereignissen wie Stürmen, Überschwemmungen und Dürren sowie mittelfristig von einem Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein. Im August 2008 musste der Produktionsstandort Baytown (USA) für neun Tage Force Majeure erklären, nachdem die Hurrikane Ike und Gustav Schäden in der Region Houston angerichtet hatten, von denen auch einige Anlagen von Lieferanten in Texas und Louisiana betroffen waren. Potenziell sind auch unsere Produktionsstätten in Map Ta Phut (Thailand) und Caojing (China) durch schwere Hurrikane und Taifune gefährdet. Bayer nimmt diese Risiken sehr ernst. Ein Gefahrenabwehrsystem (Bayer Emergence Response Systems, BayERS) zum Schutz der Mitarbeiter, der Umwelt und der Produktionsanlagen ist verpflichtender Bestandteil der integrierten HSEQ-Managementsysteme an Produktionsstandorten.
Auch drohender Wassermangel und die Verknappung fossiler Ressourcen können für Bayer mittelfristig möglicherweise ein Geschäftsrisiko darstellen. Deshalb sind wir bemüht, den Verbrauch von Wasser und fossilen Ressourcen in unseren Produktionsprozessen zu reduzieren und zunehmend erneuerbare Ressourcen einzusetzen. Bei der Ausrichtung unseres Produktportfolios tragen wir dem Klimawandel Rechnung und investieren in Lösungen, mit denen wir einen erheblichen Beitrag zu einer umfassenden Versorgung mit Nahrung, Wasser und Medikamenten leisten wollen.
Im Zuge der weltweiten Bemühungen, den Klimawandel einzudämmen, ändern sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für Unternehmen, etwa durch den Emissionshandel. Da rund 70 Prozent der von uns verursachten direkten und indirekten Emissionen klimarelevanter Gase auf das Gebiet der Europäischen Union entfallen, sind die Folgen des europäischen Emissionshandelssystems für uns von großer Bedeutung. Wir schätzen anhand von Szenarien, dass durch den Kauf von Emissionsberechtigungen und steigende Energiepreise bis 2012 erhebliche Mehrkosten auf uns zukommen, die bis zu 1,5 Prozent unseres EBITDA ausmachen können. Da noch nicht abzusehen ist, wie sich die US-amerikanische Klimapolitik entwickeln wird, können wir über unsere Anlagen in den usa, die für rund 23 Prozent unserer weltweiten Emissionen klimarelevanter Gase verantwortlich sind, im Augenblick keine Aussagen treffen.
Als exportierendes Unternehmen unterliegt Bayer zahlreichen Regelungen im Bereich der Ausfuhrkontrolle. Wir respektieren alle nationalen und internationalen Außenhandelsbestimmungen und unterstützen die Bestrebungen der Völkergemeinschaft zur Verhinderung der Herstellung und Weiterverbreitung chemischer, biologischer und atomarer Waffen sowie geeigneter Trägersysteme und zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus sowie den Kampf gegen die illegale Drogenherstellung. Die Verpflichtung zur Einhaltung des Außenhandelsrechts ist zudem Bestandteil der „Corporate Compliance Policy“.
Die Verantwortung für die Einhaltung aller außenwirtschaftsrechtlichen Vorschriften und freiwilligen Maßnahmen zur Exportkontrolle liegt bei den in- und ausländischen Konzerngesellschaften, die Umsetzung der erforderlichen organisatorischen Maßnahmen erfolgt durch den jeweiligen Ausfuhrbeauftragten. Unterstützung und Beratung bietet die bei Bayer Business Services angesiedelte Exportkontrollstelle.
Die organisatorischen Rahmenbedingungen sind in einer eigenen Konzernrichtlinie „Organisation der Exportkontrolle im Bayer-Konzern“ gebündelt, die den Mitarbeitern zur Verfügung steht. Diese Richtlinie wird auch in Compliance-Schulungen thematisiert.
Enterprise Risk Management
Um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre Auswirkung auf die Geschäftsziele zu minimieren, hat Bayer HealthCare 2008 im Bereich Product Supply ein neues, einheitliches Risikomanagement eingeführt. An allen BHC-Produktionsstandorten werden potenzielle Risiken erfasst, bewertet und – wo erforderlich – Maßnahmen entschieden. Dabei werden sowohl Risiken für die Produktion, in den Bereichen HSE und Qualität oder bei der Beschaffung als auch potenzielle Naturkatastrophen bewertet. Durch die global einheitliche Methodik werden die Risiken vergleichbar und transparent. Dadurch verbessert sich auch die Entscheidungsgrundlage für mögliche Gegenmaßnahmen erheblich.Erstklassige Performance in Nachhaltigkeitsindizes und -fonds
Immer mehr Investoren achten darauf, wie wir Kriterien nachhaltigen Wirtschaftens erfüllen. Dies gilt vor allem für langfristig orientierte Anleger wie Pensionsfonds. Bayer ist in verschiedenen Nachhaltigkeitsindizes und -fonds vertreten – beispielsweise im „Dow Jones Sustainability Index (DJSI) World“, in dem Bayer seit dessen Gründung 1999 ununterbrochen gelistet ist. In diesem Index erhielt Bayer u. a. Bestnoten für seine Leistungen im Umwelt- und Klimaschutz und für sein Nachhaltigkeitsreporting. Trotz einer gegenüber dem Vorjahr verbesserten Bewertung ist das Unternehmen hingegen nicht mehr im europäischen „Dow Jones Sustainability Index STOXX“ vertreten, da sich die Bewertung anderer Unternehmen unserer Branche stärker verbesserte.
2008 wurden wir zum vierten Mal in Folge in den „Carbon Disclosure Leadership Index“ aufgenommen – als einziges europäisches Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Unsere Strategie zur Förderung des Zugangs zu nachhaltiger Gesundheitsversorgung wurde 2008 für den erstmals aufgelegten „Access to Medicine Index“ unter 20 bewerteten Unternehmen mit Platz neun bewertet. Diese Erfolge sowie unser gutes Abschneiden in weiteren nachhaltigkeitsorientierten Ratings (siehe Tabelle) bestätigen unser Engagement für eine nachhaltige Entwicklung und unsere Unternehmensstrategie.
Unsere Performance in Nachhaltigkeitsindizes und Fonds
| Index / Fonds / Rankings | Zuständige Rating-Agentur | Schwerpunkte des Ratings | Listung von Bayer | ||
| 2006 | 2007 | 2008 | |||
| DJSI (Dow Jones Sustainability Index) World | SAM – Sustain- able Asset Management (Schweiz) | Corporate Governance, Risikomanagement, Umweltperformance, Arbeitsbedingungen, Mitarbeiter, HSEQ (Health, Safety, Environment and Quality), ökologische und soziale Berichterstattung | ![]() | ![]() | ![]() |
| DJSI STOXX (für europäische Unternehmen) | ![]() | ![]() | - | ||
| FTSE4 Good (Financial Times und London Stock Exchange) Global Index | EIRIS (Großbritannien) und IMUG (Deutschland) | Umweltmanagement, Klimaschutz, Korruptionsbekämpfung, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit in der Zulieferkette | ![]() | ![]() | ![]() |
| FTSE4Good Europe Index | ![]() | ![]() | ![]() | ||
| FTSE4Good Environmental Leaders Europe 40 Index | Gesamte Umweltperformance des Unternehmens | noch nicht aufgelegt | ![]() | ![]() | |
| Storebrand Principle Fund | Storebrand (Norwegen) | Umwelt und Soziales, Korruption, klare Ausschlusskriterien bzgl. Tabak, Landminen und Menschenrechtsverletzungen | ![]() | ![]() | ![]() |
| Advanced Sustainable Performance Indices (ASPI) Eurozone | Vigeo and Stoxx Ltd. (Frankreich) | Unternehmensführung, Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, HSEQ, Mitarbeiter, Gesellschaftliches Engagement | ![]() | ![]() | ![]() |
| Access To Medicine Index (ATM) | RiskMetrics (USA) | Management der ATM-Maßnahmen, F&E, Umgang mit Patenten, Preispolitik, Medikamentenspenden | noch nicht aufgelegt | noch nicht aufgelegt | ![]() |
| Carbon Disclosure Leadership Index | Carbon Disclosure Project (USA) | Risiken und Chancen sowie Strategien und Maßnahmen des Unternehmens bzgl. des Klimawandels | ![]() | ![]() | ![]() |

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